AUF SAFARI IN

Sambia

Ankunft in der Wildnis

Heiko blockt von einer Holzveranda des Camps über die Savanne

Schon seit Kindheitstagen übt Afrikas Tierwelt eine enorme Anziehungskraft auf mich aus. Träumte ich von dem bunten Kontinent, hatte ich stets imposante Tiere vor Augen und in den Ohren: Trompetende Elefanten, brüllende Löwen und grunzende Flusspferde inmitten weit offener Savannen und fruchtbarer Flusstäler prägten mein Gedankenbild. Afrika wurde für mich zum Sehnsuchtsort. Die Vorstellung, diese wundersamen Geschöpfe eines Tages hautnah in freier Wildbahn erleben zu dürfen, reizte mich ungemein. Doch es sollte mehr als 40 Jahre dauern, bis ich meine erste Reise auf den zweitgrößten Kontinent der Erde plante. Zunächst musste ich mich für ein Land entscheiden. Immerhin teilt sich Afrika in 54 Staaten. Ich wählte eine Region im Süden, die zu den wildesten und unberührtesten Naturlandschaften überhaupt zählt.

Das Luangwa-Tal im Binnenstaat Sambia liegt weit abseits der Hauptstadt Lusaka. Die Bevölkerungsdichte ist minimal. Mehrere Nationalparks bewahren das natürliche Tierreich. Das South Luangwa Wildtierschutzgebiet, mein auserkorenes Reiseziel, umfasst knapp 9.000 km² und beheimatet mehr als 230 verschiedene Säugetiere und über 400 Vogelarten. Mittendurch schlängelt sich der noch vollständig naturbelassene Fluss Luangwa. Kein einziger Staudamm unterbricht das Lebenselixier des Tals – ein Segen für die zahlreichen Tierwesen. Einige privatgeführte Bush Camps, die sorgsam in die natürliche Umgebung integriert wurden, ermöglichen den wenigen Reisenden, die sich an diesem abgelegen Ort einfinden, spektakuläre Tierbeobachtungen.

Nach insgesamt 14 Stunden Flugzeit und einer holprigen Jeepfahrt tief hinein ins Naturgebiet, erreichte ich schließlich meine Unterkunft direkt am Ufer des Luangwa. Hier würde ich die ersten Tage meiner Reise verbringen. Kaum hatte ich meine beschauliche Lodge bezogen und auf der Terrasse Platz genommen, wurde ich auch schon von einer kecken Bande Steppenpaviane überrascht. Ein paar Meter entfernt suhlte sich ein gemütliches Flusspferd im kühlen Schlamm, während sich unweit davon eine gelenkige Giraffe breitbeinig vornüber beugte, um sich am Sumpfwasser zu laben. Ich war im Reich der wilden Tiere angekommen.

Der Beginn einer
unvergesslichen Erfahrung

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Es waren erst wenige Stunden seit meiner Anreise vergangen, und schon machte ich unverhofft die ersten eindrucksvollen Tiersichtungen. Kleine wie große Wildtiere zeigten sich im und um das Camp herum. Dabei begann das eigentliche Wildschutzgebiet doch erst auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, der als natürliche Grenze fungierte. Im South Luangwa Nationalpark existiert eine enorm vielfältige Dichte an Wildtieren. In deren Mitte würde ich mich nun begeben.

Ein Ranger wartete bereits bei seinem Fahrzeug auf mich. Die größte Chance, viele verschiedene Exoten zu sehen und ihnen respektvoll nahe zu kommen, ermöglicht eine Pirschfahrt im offenen Geländewagen. Die Begleitung eines erfahrenen Rangers ist dabei unerlässlich. Er stellt sicher, dass das Safari-Erlebnis möglichst ohne Einfluss auf die Tierwelt geschieht und weiß in bedrohlichen Situationen richtig zu handeln. Als Neuling wurde ich zunächst hinreichend über Verhaltensweisen gebrieft. Dann ging das Abenteuer los.

Wir machten uns auf in Richtung der streng bewachten Überfahrt zum Naturschutzgebiet. Währenddessen kreuzte eine Impalas Herde unseren Weg. Die elegante Antilopenart mit den charakteristischen schwarzen Fellstreifen am Steiß und den leicht geschwungenen Hörnern sollte mir noch viele weitere Male begegnen.

Am Kontrollpunkt angelangt, leisteten wir eine Unterschrift und durften sodann auf die Pontonfähre auffahren, auf der lediglich ein einziges Fahrzeug Platz fand. Das Übersetzen musste mit Körperkraft vollbracht werden. Mit vereinten Kräften ruderten wir etwa 15 Minuten bis kurz vor das Westufer des Luangwa.

Plötzlich stoppte mein Vordermann. Auf den ersten Blick nur schwerlich zu erkennen, tauchte ein gut fünf Meter langes Krokodil an uns vorbei. Mit Bedacht vollendeten wir die Überquerung. „Mein tägliches Workout ist hiermit erfüllt!“, scherzte ich und bedankte mich bei den fleißigen Fährleuten, die diese Anstrengung täglich etliche Male wiederholen und dabei stets die Wasseroberfläche im Auge behalten. Wieder zurück im Geländewagen begannen unsere Suche nach Wildtieren und die Erkundung ihres natürlichen Lebensraums.

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